Ulysse Nardin

Ulysse Nardin ist eine Uhrenfabrik in Le Locle in der Schweiz.

Léonard Frédéric Nardin (*1792) war der erste Uhrmacher der Familie. Sein Sohn Ulysse (*1823) gründete im schweizerischen Le Locle 1846 eine Uhrenfabrik, die sich nach dem plötzlichen Tod ihres Gründers unter dem noch nicht 20-jährigen Sohn Paul David u.a. auf Schiffschronometer spezialisierte. Darin erlangte sie einen guten Ruf und viele Auszeichnungen.

Von 1906 an kaufte die United States Naval Observatory Decksuhren und Taschenuhren bei Ulysse Nardin. Diese Kundschaft dauerte an bis 1942, als die Schweiz von den ringsum okkupierten Staaten isoliert wurde. Schon ab 1940 wurden diese Uhren von der amerikanischen Firma Hamilton kopiert und mit industriellen Methoden weiterentwickelt.

Im Stammhaus wurden Taschenuhren mit Komplikationen wie Kalender, Mondphase, immerwährender Kalender, Weckeinrichtung und Schlagwerk gebaut. Um die Jahrhundertwende 1900 arbeiteten 300 Mitarbeiter im Werk. Im Uhrenmuseum Le Locle sind einige dieser teuren Uhren ausgestellt. Zur Olympiade 1936 wurde eine Automatic Herren Armbanduhr in Stahl mit Stopeinrichtung auf den Markt gebracht.

Hohe Preise werden auf Auktionen für diese handwerklichen Meisterstücke gezahlt. Schiffschronometer erzielen Preise von 30.000 Euro, Taschenuhren und Armbanduhren ähnliche Zuschläge.

1982/1983 war das Werk nahe der Pleite. Zusammen mit weiteren Investoren übernahm der Schweizer Rolf W. Schnyder, der zuvor in Malaysia Fabriken für (Quarz-)Uhrenteile aufgebaut hatte, die desolate Firma, in welcher lediglich noch zwei Personen beschäftigt waren. Zahlreiche historisch und künstlerisch wertvolle Stücke der eigenen Firmensammlung waren verschwunden bzw. gestohlen. Binnen weniger Jahre gelang es Schnyder, die Marke „Ulysse Nardin“ wieder in das Spitzenfeld der Schweizer Uhrenhersteller zu katapultieren. Mit entscheidend für den Erfolg war Schnyders kongenialer Partner und Freund, Prof. Dr. Ludwig Oechslin.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Ulysse_Nardin